O zapft is
Samstag Morgen bin ich mit dem Nachtzug in München angekommen. Ich hatte nicht besonders gut geschlafen, war aber halbwegs ausgeruht um das 174. Oktoberfest in Angriff zu nehmen. Mehr als eine Million Menschen hat sich an diesem sonnigen Samstag zum größten Volksfest der Welt versammelt. Mehr als 500.000 Maß Bier gingen über die Theken.
Pünktlich um 12 Uhr zapfte Oberbürgermeister Christian Ude im Schottenhamel mit den legendären Worten „O zapft is“ das erste Fass an. Das Maß kostet mittlerweile 7,90Euro und ist alles andere als billig aber spätestens nach dem dritten Maß ist einem der Preis völlig egal und man sieht auch über die 8,80 Euro für ein halbes Hähnchen, das absolut ohne Beilagen serviert wird, mit einem leichten Schmunzeln hinweg. Einen Tag auf den Wiesn kann man mal locker mit 100 Euro veranschlagen und da wird’s dann auch schon knapp. Ich muss gestehen meine Kondition hat dann doch so gegen sieben oder acht etwas nachgelassen und ich bin kurz Heim gegangen um noch Mal zusätzlich Energie für die bevorstehende Clubtour zu tanken. Was heißt Clubtour es gibt in München für mich nur einen Laden. „Die erste Liga“ ist mein absoluter Lieblingsclub in München und ist alleine schon eine Reise wert. Finde den Laden absolut genial. Ich musste feststellen, dass ich mit meinen knapp 10 Kilo weniger auch wieder ein begnadeter Tänzer bin ;) Auf der Tanzfläche ist es dann auch passiert. Eine junge Dame, wie sich später herausstellte aus New York ,hat dann irgendwann so gegen 3Uhr die vier magischen Worte gesagt. „ I Love your body“ spätestens in diesem Augenblick hat sich all die Schufterei im Studio bezahlt gemacht ;)o Mann hat das gut getan, dass Mal wieder nach so langer Zeit zu hören ;) So gegen 6 Uhr hab ich mir dann ein Taxi genommen und bin so ca. 250 Euro leichter ins Bett äh auf eine Isomatte gefallen. Am nächsten Tag hab ich natürlich alles bereut und mir geschworen das war jetzt das letzte Mal für eine Weile, aber das Spielchen kennen wir ja mittlerweile und nächste Wochenende wird es mich wieder in den Fingern jucken. Es hat mal gut getan einen ganzen Tag absolut disziplinlos zu sein und die Seele baumeln zu lassen, aber ab Montag ist wieder hardcore Diät und Training angesagt. Für mein Projekt war der Tag vermutlich ein Rückschritt von einer Woche, aber für die Seele hat es absolut gut getan. Wir leben im Schnitt nur 28.000 Tage. Noch viel schlimmer ist, dass man von seinem Gefühl her bereits mit 18 Jahren die Hälfte seines Lebens hinter sich hat (hatte ich zumindest mal gelesen). Könnte mir aber schon vorstellen, dass es stimmt, als kleines Kind wartet man sehnsüchtig auf seinen Geburtstag oder Weihnachten und generell ist das Zeitempfinden langsamer. Heute rast die Zeit und ehe man sich versieht ist man ein alter Greis deswegen ein kleiner rat am Ende: “Carpe diem“ und was noch viel wichtiger ist „Carpe noctem“. Obwohl ich dieses Wochenende alles andere als Carpe noctem gemacht habe......bin natürlich alleine nach Hause gegangen;)
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