Viva La France
Im Moment fällt es mir aus irgendwelchen Gründen verdammt schwer morgens aufzustehen. Nicht das es mir irgendwann mal leicht gefallen wäre, aber seit ein paar Tagen brauche ich fast eine Stunde von dem Zeitpunkt an, an dem der Wecker klingelt, bis ich auf den Beinen bin.
Sind das schon die ersten Ermüdungserscheinungen oder Zeichen mangelnder Motivation? Ich hoffe nicht. Nach kurzem hin und her überlegen, schleppe ich mich dann immer in die Küche und mache mir ein kleines Frühstück. Morgens kann ich eh nicht so viel essen und habe kaum Hunger. Ich esse dann mehr aus Vernunft, dass ich nicht vom Crosstrainer falle. Früher, d.h. noch vor ein paar Wochen hat mein Tag eh immer erst mit dem Mittagessen begonnen. Einige Franzosen bei mir in der Firma konnten nie verstehen wie ich morgens deftiges bzw. salziges Zeug essen konnte. Ich bin nun Mal kein Freund von süßen Sachen, ich mags deftig. Bei den Franzosen ist es etwas nervig, zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht, dass sie immer meinen, so wie es in Frankreich gemacht wird, wäre es das Maß aller Dinge, insbesondere in Sachen Esskultur. Durch meinen Beruf gibt es glaube ich kaum eine verkackte französische Stadt in der ich noch nicht war und jetzt ungelogen ich hab noch nicht ein Mal gut gegessen. Ist kein Witz. Entweder ziehe ich unterbewusst schlechtes französisches Essen an oder die französische Küche ist im Schnitt lange nicht so gut wie man denkt. Natürlich war ich jetzt noch in keinen Sterne Nobelrestaurants in Frankreich, die normalen Restaurants sind mir schon zu teuer. So im Schnitt habe ich fast das Gefühl ist man was Fleisch angeht in Deutschland am besten dran. Also wie gesagt der Franzose will morgens nur sein Croissant und nen Kaffee. Viel cooler sind hier die Asiaten wie ich finde. Der Asiate kennt kein Frühstück, es wird immer ganz normal gegessen egal welche Mahlzeit es ist. Ist mir sehr sympathisch. Vielleicht konnte man es etwas durchhören, ich glaube nicht, aber ich bin kein Frankreich Fan. Die französische Sprache und ich stehen seit der siebten Klasse auf Kriegsfuss und obwohl ich 3 Jahre in Frankreich gewohnt habe, hat sich mein französisch kaum verbessert (vom Oralverkehr mal abgesehen ;) ). Ich habe in Basel an der deutsch-französischen-schweizer Grenze gelebt (auch als drei Ländereck bekannt). Geografisch gesehen auf französischem Territorium, aber eigentlich hing die Stadt direkt an Basel dran. Frankreich mit seinen Franzosen habe ich gemieden wo es nur ging. Der Franzose ist mir im Schnitt viel zu Nationalstolz (man fragt sich auf was bilden die sich eigentlich was ein?), sehr eigen und in Frankreich ist eh alles am besten. Vielleicht hat meine Frankreich Antipathie auch was mit meinem französischen Austauschschüler, den ich in der 9. Klasse mal hatte, zu tun. Mathieu war sein Name und ich habe ihn gehasst. Kurz und bündig, ich und Frankreich wir werden keine Freunde mehr werden. Ich schließe mit den Worten Viva la France, aber ohne mich.
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