Nischt mit mir
Gestern war der Beginn meiner schauspielerischen Aktivitäten (so dachte ich). Als Statist oder Komparse war ich zu Gast bei GZSZ, meiner absoluten Lieblingssendung.
Nein Quatsch, Spaß beiseite, ich hab noch nie eine Folge gesehen, außer man zappt Mal kurz durch und bekommt zufällig ein paar Sekunden mit. Dadurch war mir zwar das ein oder andere Gesicht bekannt, aber so wirklich Ahnung hatte ich nicht wer wer ist und um was es geht.
Die Schauspieler sind im Schnitt ziemliche Würstchen mit auffällig gestylten Frisuren und darüber hinaus sehr eingebildet (Wenn man am Set war, fragt man sich auf was?). In der Regel recht klein und zierlich. Keine Ahnung nach was für Kriterien die ausgesucht werden, aber auffällig hübsch fand ich die Meisten nicht. Auch die weiblichen Darstellerinnen haben mich enttäuscht. So gab es z.B Susan Sideropoulos aka Verena Koch, die ich wie gesagt vom zappen kannte und dachte sie sei ganz geil. Puste Kuchen, recht klein und nen dicken Booty hatte sie auch noch. In einer Disko würde man sich überlegen sie anzusprechen. Na ja ok, ansprechen vielleicht schon, wenn der Abend ein Bisschen voran geschritten ist und man immer noch nichts aufgetan hat ;) Ne andere, die ich vom sehen kannte war super klein (unter 160cm auf jeden Fall) und hatte riesige Stiefel an, wo einem die Frage auf der Zunge lag:“ Wo wollen denn deine Stiefel mit dir hin?“
Als Statist bzw. Komparse wird man als Mensch zweiter Klasse behandelt. Kaum einer redet mit einem, denn schließlich ist man ja Statist und somit das letzte Glied in der Nahrungskette. Fragen werden entweder gar nicht oder unhöflich beantwortet. Die meisten sind genervt und kommen sich unglaublich wichtig vor. Alles in allem eine recht undankbare Rolle.
Die Unfreundlichkeit gipfelte in folgendem Szenario: Es gab einen Aufenthaltsraum im Fachjargon „Catering“ genannt (wo man die meiste Zeit wartete, wenn man nicht gerade irgendwo in den Kulissen vergessen wurde), wo verschiedene Getränke und ein paar belegte Brötchen angerichtet waren. Auf den Tischen in diesem Raum standen Karten mit Preisen für verschiedene Sachen wie belegten Brötchen und Kuchen. Kaffee, Wasser, Cola war umsonst. Irgendwann verspürte ich die Lust nach einer Banane, da gerade niemand zu gegen war um zu fragen nahm ich sie mir einfach. Da ich ein ungutes Gefühl hatte und ein höflicher Mensch bin, sagte ich dann später zu dem kleinen Wicht hinter der Theke (ein kleiner verschrumpelter Typ Mitte 40zig mit einem kleinen goldenen Stecker im Ohrläppchen) :“ Ähm ich hab mir gerade Mal eine Banane genommen kostet die was? Jetzt haltet euch fest. Antwort: „Ihr Komparsen sollt die Finger vom Catering lassen, dass ist nicht für euch. Ihr wurdet eingewiesen wie ihr euch zu verhalten habt, wenn ihr nicht zuhört seit ihr selber dran Schuld.“ Mal abgesehen davon, dass man natürlich nicht daraufhin gewiesen wurde, brauche ich wohl nicht erwähnen, dass das Ganze nicht in einem besonders netten Ton gesagt wurde. Der Dialog ging aber noch weiter:“ Kein Problem ich bezahl ja für die Banane. Was soll sie denn kosten?“ Der kleine Wicht hinter der Theke:“ Ich sach jetzt Mal 5 Euro“ (So unter dem Motto es soll dir eine Lehre sein). Ich dann:“ 5 Euro bezahl ich nicht, ich geb dir einen Euro, dass ist ein fairer Preis.“ Ich hab ihm das Geld dann hinter die Theke geworfen, obwohl ich ihn am liebsten mit seinem Kopf ein paar Mal auf die Theke gehauen hätte.
Ganz nebenbei das war nur einer der erwähnten unfreundlichen Zwischenfälle. Es geht mir nicht in den Kopf rein was sich manche Leute einbilden und wie man so unfreundlich sein kann. Die einzige Erklärung, die ich für so etwas habe ist, dass diese Leute nicht besonders zufrieden mit sich selbst sind und vermutlich Komplexe über Komplexe haben.
Als Komparse ist man ein Stück Fleisch, das die Fresse zu halten und zu funktionieren hat. Man wird die ganze Zeit rumkommandiert, wird irgendwo in der Kulisse vergessen und muss warten, warten um dann wieder zu warten (zwischenzeitlich dachte ich es ist wie fliegen ;) ) Jetzt würde man meinen, es wird vielleicht fürstlich entlohnt? Na ja, 61 Euro für zwölf Stunden plus An- und Abreise von jeweils einer Stunde, abzüglich der Fahrtkosten, weiß nicht so genau ob das eine fürstliche Entlohnung ist?
Am Ende des Tages hab ich mich gefühlt, als ob ich meine Seele verkauft hätte und ich wurde lange nicht mehr so gedemütigt und respektlos behandelt. Ich bilde mir ein, dass ich jedem Menschen Respekt entgegen bringe und erwarte das Gleiche auch von Anderen, egal wie blöd die Frage ist oder egal wie blöd man sich anstellt oder egal ob man Komparse ist oder nicht. Was bilden sich manche Leute ein? Hab kurz überlegt, ob ich am Set amoglaufen und noch ein Bisschen randalieren soll.
Am Ende war es eine gute Lehre und zwei Dinge habe ich gelernt: 1. Schauspielerei ist definitiv nichts für mich 2. Für 61 Euro werde ich mich nicht noch ein Mal Scheiße behandeln lassen und einen Tag meines Lebens verschwenden (sofern ich nicht wirklich muss). Fazit nischt mit mir. (noch zwei)
|