Ein verlorener Kampf
Noch ein Nachtrag zu gestern: Da klingelt es doch tatsächlich gestern Abend bei mir an der Tür und ein paar Knirpse verkleidet als Geister und Hexen wollen Süßigkeiten von mir. Zum Glück hatte ich gerade ein paar Kekse frisch gebacken. Ich hoffe die eingebackenen Rasierklingen waren den Jungs eine Lehre, dass ich nicht unbedingt der Typ bin, der Halloween feiert ;)
Diese Woche habe ich wieder fleißig trainiert. Montag, Dienstag, Mittwoch und heute gehe ich selbstverständlich auch noch. Am Anfang meines Trainings waren schnell die erste Erfolge zu sehen, doch mittlerweile tut sich nicht mehr viel, ob es jetzt aussehenstechnisch oder gewichtstechnisch ist. Die Wage zeigt mittlerweile konstant 88kg an und vom Waschbrettbauch bin auch noch weit entfernt. Man kann die Bauchmuskeln erahnen oder wenn das Licht günstige Schatten wirft sieht man den ein oder anderen Muskel auch, aber alles in allem bin ich weit davon entfernt. Ich erkläre mir das ganz einfach so, dass ich einfach nicht die genetische Veranlagung für ein Sixpack habe ;)
Es kommt mir sogar so vor, dass wenn ich mich Mal für ein zwei Tage etwas gehen lasse, dass ich dann ungefähr das Training von einer oder sogar zwei Woche zu nichte mache. Der Kampf um einen fitten, athletischen Körper, ist ein Kampf den man eigentlich nur verlieren kann. Entweder wird man irgendwann einbrechen und nicht mehr die Disziplin haben um sich regelmässig um seinen Körper zu kümmern oder das Alter, sprich die biologische Uhr und Gravitation machen einem einen Strich durch die Rechnung. Das heißt ich strample mich hier für ein paar gute Jahre ab, bis man dann irgendwann von jüngeren abgelöst wird. Das scheint der Lauf der Dinge zu sein. Man kann bis dahin nur hoffen, das man den Körper vielleicht mit Geld oder Status wet macht oder eine so gefestigte Persönlichkeit hat, dass man diesen ganzen Affentanz nicht mehr nötig hat.
Ich habe es glaube ich schon ein mal geschrieben, es kommt mir so vor, als ob jeder mit allem versucht etwas zu kompensieren. Es kommt mir so vor, als ob alle herausragenden Leistungen, Kompensation von Schwächen oder mangelnder Anerkennung sind. Nehmen wir mein Lieblingsbeispiel Arnold Schwarzenegger. Sein Vater war Polizist (oder wie es in Österreich heißt: „Gendarm“) und er war der jüngere von zwei Söhnen. Sein Vater sah ihn immer als den jüngeren, schwächeren seiner beiden Söhne und schenkte ihm wenig Aufmerksamkeit. Diese Situation wird von Psychologen als Antrieb für Arnis ausgesprochen hohe Willenskraft angenommen. Er wollte sein Leben lang die Anerkennung seines Vaters und ihm beweisen, dass er nicht der schwächere ist.
Es kommt mir manchmal sogar so vor, als ob man irgendeinen Schaden haben muss um etwas außergewöhnliches zu schaffen. Wenn man total zufrieden ist, wieso sollte man was ändern wollen? Unzufriedenheit ist für viele der Motor. Eigentlich müsste ich ganz gute Grundvoraussetzungen haben um etwas außergewöhnliches zu vollbringen. Ich bin notorisch unzufrieden und hab einen Schaden. Zwei Grundlegende Zutaten für ein erfolgreiches Leben ;)
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