Pilotlife sucksDie unverbluemte Wahrheit eines Piloten. Ganz nebenbei die ues und aes usw. sind wie man schon merkt immer u e usw., da diese irische Tastatur (um genau zu sein nordirische Tastatur logischerweise diese Zeichen nicht hat). Sonntag bin ich wie man im Fliegerjargon sagt nach Coventry positioniert und Montagmittag ging es dann los.
Das Ausschlafen am Montagmorgen war noch ganz ok, aber was dann folgte, Wolfgang Petri wuerde sagen:" Hoelle, Hoelle, Hoelle" - ne Wolle :) Um ca. 1445 Uhr haben wir das Hotel verlassen und sind mit dem Taxi zum Flughafen. Der Taxifahrer war standesgemaess ein Inder. Birmingham ist gleich um die Ecke und ist glaube ich die groesste indische Kolonie ausserhalb Indiens. Noch eine kleine Info was die Meisten vermutlich nicht wissen. Birmingham ist mit knapp einer Million Einwohner die zweit groesste englische Stadt (nach London). Genug gelernt fuer heute, zurueck zum Pilotenleben.
Wo waren wir? Ach ja am Flughafen. Jetzt kommt meine Lieblingsstelle wo ich jedes Mal fast voellig am durchdrehen bin: Von Coventry fliegen wir nach Eindhoven, der Flug dauert ungefaehr, je nach Wind, ca. 1 Stunde 15 Minuten. (Von Block to Block, d.h. vom losrollen bis man wieder steht). Wir verlassen das Hotel um 1445 Uhr um dann fast 40 Minuten auf den Transport vom Crewgate zum Flugzeug zu warten und das ist hier an diesem Airport immer so. Fuer einen knapp ein stuendigen Flug brauche ich 45 min. fuer eine Strecke von ein paar hundert Metern. Weltklasse oder?
Hat man es dann zum Flugzeug geschafft, macht man seine Flugvorbereitung, die ich mittlerweile so optimiert habe, dass ich maximal 20 Minuten brauche. Jetzt darf man schon wieder warten, da man einen so genannten Slot hat, d.h. die Luftstrassen- oder Flughafenkapazitaeten sind ueberfuellt und man bekommt eine Zeit zugeweisen zu der man los darf. Um 1720 sind wir dann gestartet. Ist hier ganz normal das man so lange braucht bis man in die Luft kommt. Immer im Hinterkopf behalten, dass der Flug an sich nur ein Bisschen mehr als eine Stunde geht. Ich sag immer man wartet um dann wieder warten zu duerfen um dann noch Mal zu warten. Kommt mir wirklich so vor als ob 80% des Berufes aus warten auf irgendwas oder irgednwen besteht.
Gut, in Eindhoven angekommen, wird getankt und das Flugzeug beladen. Um kein Risiko einzugehen sind ueberall so viele Zeitpuffer eingebaut, dass man auf jeden Fall zu frueh ankommt. Nach der Ankunft haben wir dann noch ueber zwei Stunden Zeit bis es weiter geht. Was nun? Genau richtig es geht ins ueberteuerte Restaurant am Flughafen, wo man sich einen Orangensaft fuer 5 Euro goennt und sich fragt, haben die an Flughaefen irgend eine Ahnung was die Preise auf der restlichen Welt sind? Dann wird sich noch ein ueberteuerte Kaffee genehmigt. Der erste von vielen die noch folgen werden.
Dann gehts wieder ans Flugzeug, natuerlich wieder mindestens eine Stunde vor Abflug man hat ja lange nicht mehr gewartet. Nach dieser ganzen Prozedur macht man sich auf einen halbstuendigen Flug in Richtung Belgien (Kortrik - wird glaube ich anders geschrieben). Ein super kleiner, unkontrollierter Flughafen. Unkontrolliert heisst, es gibt zwar jemanden der im Tower sitzt, aber der hat kein Radar und gibt lediglich Vorschlaege und uebernimmt keine Verantwortung. Man muss sich das ungefaehr vorstellen wie beim Lotto: "Diese Angaben sind wie immer ohne Gewaehr".
Nach einem kurzen Aufenthalt von etwas mehr als einer Stunde geht es zur Startbahn. Auf dem Weg dorthin kommt man an Reihenhaeusern vorbei, wo ich jedesmal denke wir nehmen diesmal eins mit dem Fluegel mit. Laermbelaestigung scheint fuer diese Leute ein Fremdwort zu sein. Egal, auf zurueck nach Coventry. Angekommen in Coventry ist es mittlerweile 2200 Uhr und jetzt trifft man auf die vermutlichen intelligentesten Loader der Welt, so viel IQ auf einem Haufen hat man noch nicht erlebt. Jetzt haette man gerne Feierabend, aber es steht noch ein kleiner Flug in Richtung Belfast an. Nach noch ein paar Stunden warten hebt man dann so ca. gegen 0100 Uhr ab und hat einen ein stuendigen Flug vor sich. So gegen 0215 landet man dann voellig uebermuedet und wundert sich selber das alles geklappt hat :) Bis man dann im Hotel bzw. im Bett ist, ist es 0330 Uhr. Von einem 12-13 Stunden Tag ist man netto etwa 4 Stunden 30 Minuten in der Luft gewesen und von diesen 4 Stunden 30 hat man max. 2,5 Stunden was zu tun gehabt.
Achso bevor ich es vergesse am naechsten, uebernaechsten und ueberuebernaechsten Tag folgt noch ein Mal das Gleiche Szenario. Alle die das lesen, brecht eure Pilotenausbildung ab und lernt was ordentlcihes wie Dreher oder Reinigungskraft. Morgen werde ich euch darueber berichten wie sich das auf meine Ernaehrung und mein Training auswirkt. Bis dann. Ich bin heil froh, dass ich das nur ein Mal pro Monat machen muss. Peace
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